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Präsentierten die Leistungsberichte der drei Solothurner Landeskirchen und ihrer Kirchgemeinden in Solothurn (von links): Urs Umbricht (Präsident Römisch-Katholische Synode), Barbara Fankhauser (Präsidentin Evangelisch-Reformierte Bezirkssynode), Evelyn Borer (Synodalpräsidentin Evangelisch-Reformierte Kirche), Michael Marti (Studienleiter Ecoplan), Erika Schranz (Präsidentin Christkatholischer Synodalverband) und Ruedi Köhli (Präsident Solothurnische Interkonfessionelle Konferenz, SIKO). Foto: Emiliana Salvisberg
Solothurner Landeskirchen leisten gesellschaftliche Arbeit im Wert von 23 Millionen Franken
Die drei Solothurner Landeskirchen und Kirchgemeinden erbringen jährlich gesellschaftliche Leistungen im Wert von über 23 Millionen Franken. Dies zeigen zwei unabhängige Studien des Forschungsinstituts Ecoplan, deren Ergebnisse am Donnerstag, 26. März 2026, in Solothurn vorgestellt wurden.
(esa) "Die Studien belegen eindrucksvoll den wertvollen Beitrag, den wir gemeinsam für das Gemeinwesen leisten», sagt Urs Umbricht, Präsident der Römisch-Katholische Synode des Kantons Solothurn. «Mit jährlich rund 10 Millionen Franken staatlicher Mittel ermöglichen wir gesellschaftliche Leistungen im Wert von über 23 Millionen Franken. Dieses Ergebnis bestätigt unsere Arbeit und liefert eine wichtige Grundlage für die Beratung des Kantonsrats zum Finanzausgleich 2027–2032.» Urs Umbricht präsentierte die Ergebnisse am Donnerstag, 26. März 2026, in Solothurn – gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Evangelisch-Reformierten und Christkatholischen Landeskirchen.
Leistungsbilanz als Grundlage für den Finanzausgleich
Die Leistungsbilanz wurde gemäss Gesetz über den Finanzausgleich der Kirchgemeinden (FIAG KG) erstellt und bildet eine wichtige Grundlage für die Beratung des Kantonsrats zur Festlegung des jährlichen Betrags für die nächste Berichtsperiode 2027–2032. Untersucht wurden sowohl die Verwendung der Mittel durch die drei Landeskirchen als auch die gesamtgesellschaftlichen Leistungen der Kirchgemeinden im Kanton Solothurn.
Fokus auf gesellschaftliche Aufgaben
Die Studie zur Leistungsbilanz der Landeskirchen zeigt, dass über die Hälfte der Mittel in die Spezialseelsorge und die Fachstellen fliesst – etwa in die Spital-, Gefängnis- oder Notfallseelsorge. Allein in der Spitalseelsorge werden jährlich rund 9500 Kontakte verzeichnet. Weitere Mittel gehen an Drittorganisationen wie Caritas, HEKS oder die Dargebotene Hand, deren Angebote allen Menschen offenstehen – unabhängig von Religion oder Herkunft.
400 000 Stunden Arbeit pro Jahr in den Kirchgemeinden
Die zweite Studie untersucht erstmals die Leistungen der Kirchgemeinden selbst. Hochgerechnet auf den ganzen Kanton leisten diese jährlich rund 400 000 Arbeitsstunden – das entspricht 238 Vollzeitstellen. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Freiwilligenarbeit: Rund 46 Prozent dieser Leistungen werden ehrenamtlich erbracht. Der von Ecoplan konservativ berechnete monetäre Wert dieser Leistungen beträgt mindestens 19.8 Millionen Franken pro Jahr. Gebäude, Infrastruktur oder immaterielle Effekte wie sozialer Zusammenhalt sind dabei nicht eingerechnet.
Finanzausgleich als gesellschaftlicher Hebel
Zusammen mit den Leistungen der Landeskirchen ergibt sich ein gesamter gesellschaftlicher Nutzen von mindestens 23 Millionen Franken pro Jahr. Die Studien kommen damit zum Schluss, dass der kirchliche Finanzausgleich als Hebel wirkt:" Er ermöglicht Leistungen, die sonst ganz oder teilweise vom Staat oder den Gemeinden übernommen werden müssten", unterstrich Ruedi Köhli, Präsident der Solothurnischen Interkonfessionellen Konferenz (SIKO).
Was leisten die Landeskirchen?
Der Anteil der Landeskirchen ist gesetzlich zweckgebunden. Über 55 Prozent der Mittel fliessen in Spezialseelsorge und Fachstellen:
Spitalseelsorge
• Rund 9500 Kontakte pro Jahr
• 10 Seelsorgende (660 Stellenprozente)
• Fester Bestandteil der Spitalstrukturen
Gefängnisseelsorge
• Über 1000 Gespräche pro Jahr
• Stabilisierung und Orientierung im Strafvollzug
Notfallseelsorge
• 24/7 einsatzbereit
• Vor Ort innert 60 Minuten
• Begleitung bei Todesfällen, Unfällen, Krisen
Weitere Mittel gehen an:
• Soziale Organisationen wie Caritas, HEKS oder die Dargebotene Hand
• Kirchliche Fachstellen (Jugend, Diakonie, Bildung, Kirchenmusik)
• Investitionsbeiträge für nachhaltige kirchliche Infrastruktur
Diese Leistungen stehen allen Menschen offen – unabhängig von Religion oder Herkunft.
Was leisten die Kirchgemeinden vor Ort?
Die Kirchgemeinden wirken lokal – in Dörfern, Quartieren und Städten.
Schwerpunkte ihrer Arbeit:
• Kinder- und Jugendarbeit
• Seniorenarbeit und Besuchsdienste
• Beratung und Begleitung in Lebenskrisen
• Kultur- und Musikangebote
• Niederschwellige Treffpunkte und Begegnungsorte
Die Studie zeigt: Der Grossteil der geleisteten Stunden fliesst in gesamtgesellschaftliche Angebote, nicht primär in Gottesdienste.

